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Rasante Pirouetten und Taktgefühl
Eric Weber aus Langenzenn ist Deutscher Meister der Modell-Helikopter-Piloten
Welcher kleine Junge hat nicht schon davon geträumt, einmal einen richtigen Helikopter zu fliegen? Eric Weber aus Langenzenn steuert zwar nur ein Modell. In dieser Disziplin jedoch hat sich der 18-Jährige, der vor zwei Monaten seine Gesellenprüfung als Schreiner bestanden hat, jetzt den Titel des Deutschen Meisters geholt. Weil es sich um einen offenen Wettbewerb handelte, trat er gegen 39 Modellpiloten aus aller Welt an.
LANGENZENN -
Wenn
Eric Weber von der Meisterschaft in München erzählt, hört es sich für
den Laien fast ein bisschen an wie Eiskunstlauf: «Zuerst absolviert
jeder Teilnehmer ein Pflichtprogramm. Dabei geht es darum, Pirouetten,
Loopings und Tic-Tocs möglichst sauber vorzuführen.» Bei der
anschließenden Musik-Kür ist gleichzeitig auch das Taktgefühl der
Piloten gefordert, bevor sie am Ende beim Freestyle zeigen müssen, dass
sie «möglichst schwere Kombinationen perfekt beherrschen».
Und tatsächlich – als Eric Weber seinen Helikopter startet, wirbelte dieser in rund 40 Metern Höhe nicht nur in halsbrecherischen Bahnen, sondern zugleich auch elegant wie ein Eiskunstläufer durch die Lüfte. Doch Eleganz allein reicht nicht aus. Jede Bewegung des Hubschraubers muss exakt gesteuert werden. Dies erfordert ein gutes Auge und flinke Finger sowie Koordinationsfähigkeit. «Auch Teamwork», so der junge Pilot, «spielt beim Motorsport eine wichtige Rolle.» Der Langenzenner trat in München zusammen mit seinem Freund Tobias Kern an: «Als mein Caller muss er im Pflichtlauf jede Flugfigur ansagen. Dabei kommt es darauf an, dass er genau im richtigen Moment einsetzt.»
Mit
dem Modellfliegen begann Eric Weber vor vier Jahren, als ihm sein Vater
und mittlerweile auch Trainer vorschlug, sich doch mal auf dem
Flugplatz am Alitzberg umzuschauen. Auf dem dortigen Gelände des MFC
Grundig Fürth-Langenzenn begann er kurz darauf, mit einem
Modellflugzeug mit Tragflächen zu trainieren. Das konnte allerdings
weder rückwärts fliegen noch auf dem Kopf und schon gar nicht in der
Luft stehen. All dies meistert Erics Helikopter problemlos. «Der Heli
bietet dem Piloten viel mehr Möglichkeiten. Er ist deshalb allerdings
auch anspruchsvoller zu steuern.» Geübt wird jede neue Figur erst mal
mit Hilfe des Simulators am Computer, damit nicht so viele Hubschrauber
kaputt gehen. Ein geübter Bastler setzt eine Maschine in acht bis zehn
Stunden aus einem Baukasten zusammen. «Das funktioniert wie Lego»,
verrät Vater Weber.
Nachdem es im
Langenzenner Modellflugclub, der 1969 gegründet wurde und derzeit
rund 30 aktive Mitglieder zählt, langweilig wurde, packte den Sohn der
Ehrgeiz. Er begann, an Wettkämpfen teilzunehmen. Altersklassen gibt es
beim Heliflug übrigens nicht. «In München war der jüngste Mitstreiter
neun, der älteste 50.» Sämtliche Berufsgruppen seien beim Heliflug zwar
vertreten, Frauen dagegen kaum. Eric Webers nächster großer Auftritt
wird die Weltmeisterschaft sein, die im Jahr 2009 in England
stattfindet. Für die qualifizierte er sich im Juni mit dem ersten Platz
in Dietzenbach. Den Traum, einen echten Helikopter zu fliegen, hat er
sich bereits erfüllt: «Bei einem Fluglehrer durfte ich mal 20 Minuten
ans Steuer. Das hatte ich mir allerdings viel leichter vorgestellt.»
CORINNA ANTON
© FÜRTHER LANDKREIS NACHRICHTEN
